
Nun also doch etwas »zur Sache«? Immerhin: Der Streit (?) um Falsche Bewegung von Wim Wenders hat dazu geführt, dass ich mir nach mehr als zehn Jahren den Film noch einmal angesehen habe. Ich schrieb damals an meinem Buch Der Geruch der Filme über das Kino von Peter Handke und habe dort eine Interpretation zu Drehbuch und Film abgegeben. Falsche Bewegung war die Vorlage zum Film, in dem Wim Wenders Regie führte. Am Ende des Buches (Suhrkamp Taschenbuch 258, 1. Auflage 1975) hatte Handke Entstehungsort und ‑zeitraum festgehalten: »Venedig, Juli/August 1973«. Auf dem Cover ein Bild mit Rüdiger Vogler, Nastassja Kinski (im Abspann des Films wird sie »Nastassja Nakszynski« genannt) und Hans-Christian Blech. Laut Handkeonline ist der 25.06.1975 das Ersterscheinungsdatum. Der Film wurde, so steht es im Buch, im Herbst 1974 gedreht und hatte am 14. März 1975 Premiere. Der Film gewann den Deutschen Filmpreis und erhielt das Filmband in Gold in sechs Kategorien (u. a. für die Darsteller). Im Juni 1976 erfolgte eine Ausstrahlung in der ARD.
Buch und Film sind eng miteinander verzahnt. Dennoch gibt es Unterschiede. Offensichtlich waren die anderen Orte. Handke lässt seine Figur Wilhelm, den angehenden Schriftsteller, in Heide leben, Wenders nimmt Glückstadt. Bei Handke fährt er nach Soest, bei Wenders nach Bonn. Schwalbach und der letzte Ort Wilhelms, die Zugspitze, sind hingegen identisch. Die Figur des Bernd Landau kam im Buch aus der Schweiz, bei Wenders aus Wien. Zu Beginn fährt kein TEE-Zug, wie Handke es wollte. Kleinigkeiten; den Umständen geschuldet.





